Identitaet

Was macht uns attraktiv und erfolgreich?

BMIDer Blick auf uns selbst als Grundlage für Innovation und Erfolg

Wir kennen alle folgende Situation:
..Man betreibt seit einigen Jahren ein Geschäft als Einzelunternehmer mit recht zufrieden stellendem Erfolg. Ohne ersichtlichen Grund verschlechtert sich die Situation, die Nachfrage nach den angebotenen Dienstleistungen geht zurück. Es ist klar, etwas muss  sich verändern, rasch. Aber was und wie?..

In meiner beraterischen Praxis sind mir häufig zwei Reaktionen als typische Antworten auf diese Frage aufgefallen. Man sucht Schlüsse für das eigene Handeln aus dem Vergleich mit Wettbewerbern und deren Handeln oder man analysiert noch genauer und besser die (vermeintlichen) Wünsche der Nachfrager, um Ableitungen für das eigene Handeln zu treffen. Doch häufig macht es Sinn, noch einen Schritt weiter zurück zu gehen. Worin liegt der Grund, dass unser Leistungsangebot nachgefragt wird? Nun, meist darin, dass dieses eine gewisse Attraktivität besitzt. Doch diese Attraktivität entsteht nicht aus dem Blick auf den Markt allein sondern beginnt bei einem Blick auf uns – als Individuum oder Organisation – selbst. Erst die Erkenntnis darüber, was uns attraktiv macht oder machen kann und das entsprechende Bewusstsein sowie die entsprechenden Veränderungen schafft die Möglichkeit auch für andere, diese Attraktivität nachzuvollziehen.

Doch wie kann das gehen, welche Fragen muss ich mir stellen?

Schauen wir nochmal genauer auf die beiden üblichen Reaktionen.

Reaktion 1: Unser Blick richtet sich nach Außen zum Markt, insbesondere auf den Mitbewerber, die Konkurrenz. Was machen die anderen? Was bieten andere neu oder vielleicht anders an? Wir schielen auf die (Re)Aktionen und die Ideen anderer. Wir verweisen dabei auf ein (zeit-)effizientes Vorgehen und begründen dies damit, dass „das Rad schließlich nicht neu erfunden werden müsse“ oder überzeugen uns selbst mit der (unausgesprochenen) Aussage: „was der/die kann, das kann ich auch!“. Wir greifen auf bereits Bewährtes (anderer) zurück, verbessern es gegebenenfalls dort oder da (um Nuancen). Und hoffen auf Erfolg.

Reaktion 2: Unser Blick richtet sich auch hier auf den Markt. Diesmal weniger (oder nicht) auf den Mitbewerber, sondern wir nehmen den Kunden mit seinen Bedürfnissen in den Fokus. Wir setzen dabei auf Kundenbefragungen oder vertrauen auf Trendscouts, und  justieren unsere Dienstleistungs- oder Produktpalette neu aus. Und hoffen auf Erfolg.

Freilich, beide Wege sind (auch in Kombination) grundsätzlich geeignet, das aufgetretene Nachfrageproblem zu beseitigen. Häufig haben diese Reaktionen in der Vergangenheit auch funktioniert. Vielfach müssen wir heute aber zur Kenntnis nehmen, dass sich die Situationen oft sehr kurzfristig verändern, sich Dynamiken in den Märkten dramatisch verstärken, und andere entweder schneller reagieren, der Markt bereits übersättigt ist oder andere in besserer Qualität anbieten. Der Modus aus dem heraus dieses Handeln erfolgt, ist in der Regel vergangenheitsbezogen und außenorientiert.

Die Frage ist, ob wir, um in Zukunft erfolgreich zu sein, diese Verhaltensschemata ändern oder zumindest ergänzen sollten. Es geht darum, die „Quelle“ unseres Handelns zu verlagern, weg vom Vergangenheitsorientierten und Reaktiven, hin zum Gegenwärtigen und dem Potenzial zukünftiger, neuer Möglichkeiten (vgl. C.O. Scharmer’s Ansatz des „Presencings“, beschieben in: „Theorie U, von der Zukunft her führen“, 2009, Verlag Carl Auer). Und dabei mehr auf unser Inneres fokussieren, auf unser authentisches Selbst und die in ihm innewohnende schöpferische und innovative Kraft. Unser Sein spannt sich in den 4 Dimensionen „Vergangenheit und Zukunft“ und „Innen und Außen“ auf (sh. Abbildung 1). Unser derzeitiger Handlungsmodus (in Abb.1 schwarz dargestellt) manifestiert sich überwiegend vergangenheitsbezogen und außenorientiert. Das heißt, wir blicken zurück auf unsere Erfahrungen mit ähnlichen Situationen, orientieren uns am Markt und dessen Reaktionen und treffen auf dieser Basis unsere Entscheidungen, nicht selten abgekoppelt von unserem inneren Spüren und Wollen. Die künftige Entwicklungsrichtung geht hin zur Quelle unseres authentischen Selbst und ist ausgerichtet an, bzw. angezogen von, den im Entstehen begriffenen zukünftigen Möglichkeiten (in Abb.1 als roter Pfeil dargestellt).Abbildung1

Erfolg hat (zumindest) 2 Aspekte: einen sachlichen und einen personalen. Der sachliche bezieht sich auf die Spezifikation der Leistung, des Produkts. Der personale Aspekt meint, dass Erfolg auch über die „Person“, den emotionalen Körper, definiert ist. Das kann bei einem (Einzel-)Unternehmer dessen persönliche Ausstrahlung, das Charisma sein. Gerade bei (persönlich erbrachten) Dienstleitungen wie zum Beispiel die des Arztes oder Beraters spielt die Person, wie sie sich uns darstellt, eine bedeutende Rolle. Aber auch Organisationen können über eine solche Ausstrahlung und Attraktivität verfügen, die sich aus der Art oder der Qualität des Produktes alleine nicht herleiten lässt. Ein Beispiel dafür sind Jugendliche und deren zum Teil starke Affinität zu bestimmten Marken oder Modelevels. Die Frage ist also, was macht attraktiv, woher kommt diese Anziehungskraft?

..Diese Kraft kommt nicht von Außen, sie kommt von Innen, sie keimt in uns selbst..

Diese, unsere Anziehungskraft hängt mit unserer Motivation zusammen. Motivation (lat. „motus“) heißt Bewegung und wird als jene psychische Kraft bezeichnet, die unser Verhalten antreibt. Kraft entsteht durch Bewegung. So wie Muskelkraft durch physische Bewegung entsteht (und sich durch regelmäßige Übung steigern lässt), resultiert die psychische Kraft, unsere Geisteskraft, aus emotionaler Bewegung. Um die Frage zu klären, was uns emotional in Bewegung bringt, müssen wir unseren Motiven, unseren Beweggründen nachspüren. Die Frage: »was bewegt mich, was treibt mich an?« führt uns zu einer tiefer liegenden Vorfrage, die zum eigentlichen Kern unseres Selbst führt. Sie lautet:

»wer bin ich?«.

Diese Frage scheint banal und wird daher entweder sehr rasch beantwortet, in etwa in der Weise:

»Ich heiße Soundso, bin X-Jahre alt, bin in Y geboren, bin dort zur Schule gegangen, habe diese Ausbildung gemacht und bin jetzt dies von Beruf«

Dieser wohlgemeinte Versuch einer Antwort, geht am Kern der Frage vorbei, weil darin äußere Faktoren meines „Gewordenseins“ beschrieben werden, Ereignisse, die häufig ein Ergebnis von Entscheidungen darstellen, die ich – bisweilen nicht einmal selbst – getroffenen habe.
Möglich auch, wir begegnen dieser Frage ausweichend, mit einer urteilenden (abweh-renden) Haltung und beantworten sie dann mit einer Gegenfrage, etwa in der Weise:

»Was soll das, das sieht doch jeder, wer ich bin …!«

Wir urteilen dann negativ über diese Frage, vielleicht um uns nicht in Frage stellen zu müssen. Es könnte sein, dass wir bei diesem Nachdenkprozess zu einem anderen Ergebnis kommen, als wir möchten, weil wir nicht der (oder die) sind, der (oder die) wir vielleicht erhoffen zu sein. Und das kann uns (unbewusst) Angst machen.

Die Frage nach dem »wer bin ich?« berührt unser Innerstes und erzwingt Antworten auf weitere, darunter liegende Fragen:

»Was macht mich aus?
Was ist das Einzigartige an mir?
Was ist mir wichtig, macht mir Freude?
Was kann ich besonders gut?
Wofür fühle ich mich berufen?
Was möchte ich mit meinem Tun bewirken?
Wozu möchte ich einen Beitrag leisten und welchen?
«

Um in der heutigen Zeit nachhaltig erfolgreich zu sein, müssen wir uns diesen Fragen stellen, sie an uns heran lassen und uns mit unserem authentischen Selbst verbinden. Erst die Auseinandersetzung mit diesen Fragen bringt uns (Selbst-)Bewusstheit und Klarheit. Dieses geistige »In-Bewegung-Kommen« stattet uns zum einen mit jener Kraft aus, die uns attraktiv – im Sinn einer authentischen Persönlichkeit – macht. Zum anderen entfacht sie unsere schöpferische, innovative Kraft, unsere Kreativität. Michael Ray, ein Amerikaner, der sehr erfolgreich Kreativitätskurse für Manager hält, arbeitet in seinem Trainingskonzept mit folgenden 2 zentralen Fragen, um dieses schöpferische, kreative Potenzial zu heben:

»Who is my Self? (Wer bin ich?)«
»What is my work? (Was ist meine Aufgabe, mein Existenzgrund? Was soll durch mich möglich werden in dieser Welt?)«

Das Freisetzen meiner Kreativität durch den Blick auf mich selbst führt mich zu den zukünftigen Möglichkeiten, zu meinen Möglichkeiten. Diese Möglichkeiten zu konkretisieren, sie herauszuheben aus dem »Teich des Möglichen« und sie ins »Trockene der realen Welt« zu bringen, ist der logische, und häufig leichtere, nächste Schritt zum Erfolg. So entsteht eine „Bewegung zum Erfolg“ (sh. Abbildung 2), gegründet auf Innovation (sachliche Dimension) und Attraktivität (personale Dimension), die ihren Kern und Ursprung in der Klärung der beiden zentralen Fragen »wer bin ich?« und »was ist meine Aufgabe?« hat.Abbildung2

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

 

Leider wird Internet Explorer 7 von dieser Webseite nicht unterstützt.