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Innovationserfolg und Innovationsfähigkeit

LeistungsfähigkeitInnovation ist einer der zentralen Schlüssel für nachhaltigen Unternehmenserfolg. Unternehmensleiter setzen heute zumeist bei ihren Strategien auf Differenzierung durch Innovation. So klar das klingt, so wenig klar ist jedoch häufig, wie die Innovationsstrecke von der Idee bis zur Markteinführung effektiv gestaltet werden kann. Vielfach scheint Innovation nicht planbar oder unvorhersehbar – in der Theorie ist dies auch als Serendipität bekannt – eine systematische Auseinandersetzung mit Innovation fällt schwer. Und am Ende sind Geschäftsführer und Vorstände oft nicht glücklich mit der Innovationsfähigkeit im eigenen Hause. Die Beobachtung erfolgreicher Innovatoren lässt aber doch einige wiederkehrende Praktiken erkennen.

Innovation strategisch vorbereiten
Innovationen brauchen eine strategische Vorbereitung. Es sollten aus der Unternehmensstrategie richtungsweisende Fokusthemen und -Felder abgeleitet werden. Auch eine kundenorientierte Marktsegmentierung hilft. Erfolgreiche Innovatoren haben eine konkrete Vorstellung und Antwort zu den Fragen:

..Wer sind die Kunden und was konkret wollen sie?
..Was sind nachhaltige Bedürfnisse?
..Welchen Kundennutzen hat die Innovation?
..Was ist das einzigartige Versprechen hinter der Innovation?
..Worin besteht ihr Wettbewerbsvorteil und wie groß ist das Differenzierungspotential?

Hilfreiche Ansätze für diese Fragen sehen wir heute insbesondere in IT und Telco-Branche, mit dem Customer Experience Design (CX). Dort werden z.B. Kundenerlebnisketten untersucht und Innovationen genau auf gewünschte Kundenerlebnisse zugeschnitten.

Wir lernen auch von Alexander Osterwalder den großen Nutzen, Innovationen als Geschäftsmodelle zu verstehen. Mit einfachen Techniken wie der Business Model Canvas, können Ideen umfassend strategisch entwickelt werden – eben als Geschäftsmodell.

Innovationsprozesse definieren und institutionalisieren
Das Thema Innovation ist mit vielen Mythen belegt, wie „Innovation braucht Freiraum – Prozesse sind schädlich“. Immer wieder erfolgreiche Innovationen auf den Markt zu bringen, ist aber eher harte handwerkliche Arbeit. Sie ist zu gestalten als ein unternehmerisches System mit Prozessen, Methoden, Werkzeugen und geeigneten Arbeitsweisen.
Andere Geschäftsprozesse werden mit hohem Aufwand ständig auf Effektivität und Effizienz getrimmt. Der Kernprozess Innovation erfährt oftmals viel weniger Aufmerksamkeit und „Liebe“. Von den etwa 30.000 neuen Produkten, die in Deutschland jährlich auf den Markt kommen, verfehlen laut Statistiken über 70 Prozent klar ihre Ziele – nur etwas 10% gelten als wirklich erfolgreich! Innovationsprozesse müssen schneller, präziser und kostengünstiger werden – und eben öfter zum Ziel führen. Wer den Innovationsprozess nicht zu einem betrieblichen Kernprozess macht, verliert an Boden.

Innovationsprozesse methodisch gestalten und einüben
Ein wichtiges Thema ist auch die Gestaltung und Verzahnung von Innovationsprozessen. Es gibt heute eine Reihe sehr gut entwickelter Modelle, wie z.B. den Stage Gate Ansatz. Unternehmen sollten ein passendes Modell wählen und in dessen Rahmen ihre Prozesse im Detail entwickeln und gestalten. Die beteiligten Mitarbeiter müssen dabei zum Teil komplexe Prozesse beherrschen. Dieses Prozesswissen muss gelernt und geübt werden – dann entsteht Innovationsfähigkeit.

Schließlich spielt die Gestaltung entsprechender Entscheidungsprozesse eine große Rolle. Zunächst gilt es, die guten von den weniger guten Ideen zu unterscheiden. Und das Prinzip „fail early“ gehört zu den wichtigsten Grundsätzen der Entscheidung im Innovationsprozess. Das ist eine anspruchsvolle Aufgabe – vor allem weil auch geliebte Ideen mal aufgegeben werden müssen. Dafür gibt es hilfreiche Methoden wie z.B. das Portfoliomanagement und strukturiertes „Gate Keeping“. Wichtiger noch sind hier Erfahrung, Weitsichtigkeit und der berühmte „Bauchfaktor“. Das Top Management ist gefordert, Entscheidungen zu treffen – auch ungeliebte. Das kostet Zeit und ist mitunter mühsam. Ressourcenallokation ist die Kunst: Nur wer die knappen Ressourcen auf die potenziell erfolgreichsten Konzepte verteilt, kann gewinnen.

Innovationsprozesse in die gesamte Organisation einbetten
Nach unserer Erfahrung gestalten Unternehmen ihre Innovationsprozesse häufig nicht holistisch genug. Alle Bereiche müssen frühzeitig beteiligt sein, von der Produktentwicklung/F&E über das Marketing, die Produktionsplanung, den Einkauf, die Produktion und Logistik bis hin zum Vertrieb. Top-Unternehmen entwickeln in einer frühen Phase ein integriertes Gesamtkonzept, indem sie nicht nur die Produkte sondern auch die Kommunikations-, Produktions- und Logistikstrategie designen. Dieses Konzept wird dann im Laufe der Entwicklung und Markteinführung zur Referenz. Eine solche prozessuale und konzeptionelle Fähigkeit sehe ich als einen Schlüssel zum Erfolg.

Innovationsprozessen strikt kundenorientiert ausrichten
Der Kunde kommt zuerst – das ist in jeder Phase der Innovation von herausragender Bedeutung. Unternehmen müssen Märkte und Kunden besser verstehen lernen, und zwar auf allen Ebenen. Unternehmen entwickeln zu wenig Prozesse und Arbeitsweisen, um mit Kunden zu kommunizieren. Und Innovationsprozesse sind häufig zu stark oder zu früh wieder binnenorientiert. In allen Phasen und bei allen Aktivitäten eines Innovationsprozesses ist immer die Kundenperspektive, das Kundenwissen und die Kundenmeinung einzubeziehen – auch aktiv über eine echte Integration der Kunden und deren Beteiligung an den jeweiligen Schritten.

Innovationsprojektmanagement entwickeln und innovationsorientiert ausrichten
Im Innovationsprozess gewinnt das Projektmanagement eine neue Qualität. Dem Prozess angepasste Methoden und Arbeitsweisen sind gefragt. Ein Beispiel: Aus der Softwareentwicklung kennen wir das Konzept des agilen Projektmanagements. Der Programmierungsprozess ist wenig planbar, deshalb ist das Projektmanagement in hohem Maße dynamisch und flexibel gesteuert – genauso ist es in der Frühphase von Innovationsprojekten. Ein völlig anderer Projektmanagement-Stil ist bei der Umsetzung gefragt. Hier geht es um straff organisiertes, konzentriertes und präzises Arbeiten entlang vorgegebener Prozesse. Das Projektmanagement folgt dann zum Beispiel einem Masterplan-Konzept.
Vor allem aber kommt den Projektmanagern eine anspruchsvolle Schlüsselrolle zu und Unternehmen sollten in ihre Qualifikation investieren. Manager von Innovationsprojekten müssen die Strategie verstehen – und für die Anknüpfung der Ideen an die Strategie sorgen. Sie müssen motivieren und begeistern. Sie müssen interdisziplinär denken. Sie müssen einen flexiblen und offenen Managementstil genauso beherrschen wie straffes organisieren.

Die Basis eines erfolgreichen Innovationsmanagements ist also in Summe eine gute Strategie, dedizierte und cross-funktionale Innovationsprozesse, ein professionelles Prozessmanagement, hohe Kompetenz im Projektmanagement, strikte Kundenorientierung und eine innovationsfreundliche Unternehmenskultur, also ein „Mind Set“, welches Innovation priorisiert und positiv wahrnimmt auf allen Ebenen der Organisation.
All dies miteinander zu verbinden zu einem funktionierenden, effektiven und zugleich effizienten innovationsorientiertem Gesamtkonzept, ist die Kunst.

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